Mietminderung bei Schimmel

Schimmel ist schon lange kein Einzelfall mehr. Überall wo sich Feuchtigkeit über einen gewissen Zeitraum absetzt, besteht die Gefahr der Entstehung eines Schimmelpilzes.

Wenn man den Schimmel in der Wohnung hat, ist das ein sehr spezieller Fall. Hier ist dann die Frage, wer ist bei Schimmel dafür zuständig, der Mieter oder Vermieter?

Basis für die Mietminderung durch Schimmelpilz

Das Auftreten von Feuchtigkeit in der Wohnung sei es zur Miete oder Eigentum ist grundsätzlich immer ein Sachmangel (OLG Celle WuM 1985, 9). Ganz unterschiedlich können hier die Gründe sein. Ist der Befall des Schimmels in der Wohnung durch den Zustand der baulichen Substanz bedingt, ist eine Minderung der Miete durchaus berechtigt.

Entsteht der Schimmel durch nicht korrektes Lüftungs- oder Heizverhalten des Mieters, ist eine Mietminderung oft direkt ausgeschlossen, sofern der Mieter die ungenügende Lüftung oder Heizung hier selbst verschuldet hat. Zum Teil liegen die Gründe auch mehrfach vor.

Berechnung der Mietminderung bei Schimmel?

Die Höhe einer Verringerung der Miete durch Schimmel bemisst sich nach der Intensität des Schimmelpilzes selbst. Allgemeine Angaben existieren hier leider nicht. Meist ist auch nicht nur ein Raum vom Schimmelpilz betroffen.

Berücksichtigen sollte man immer ein Verschulden oder zumindest Mitverschulden des Mieters, wenn im Vorfeld sichtbar wurde, dass zur Schadensvermeidung eine Abänderung des eigenen Wohlverhaltens nötig ist und dem Mieter diese Korrektur zugemutet werden kann.

Beweisfragen bei Schimmel in der Wohnung

Meldet der Mieter Schimmel in seiner Wohnung, muss er den Mangel beweisen. Meist entsteht eine Auseinandersetzung zwischen Mieter und Vermieter, wer die Bildung des Schimmels verursacht hat. Bestreitet der Vermieter die Forderung auf Mietminderung wegen Schimmel des Mieters, muss er beweisen, dass keine direkten Baumängel zu verzeichnen sind und die ungenügende Lüftung Grund der Feuchtigkeitsbildung ist. Außerdem darf die Feuchtigkeitsbildung nicht aus seinem eigenen Verantwortungsbereich ihren Ursprung haben. Zum Teil lässt sich eine ungenügende Wärmedämmung auf dem Bautyp des gesamten Hauses zurückführen.

Auf der anderen Seite ist der Mieter nun in der Beweispflicht, wie er selbst gelüftet und geheizt hat, zusätzlich darf sein Verhalten keinen Einfluss auf die Schimmelbildung haben. Die zuständigen Gerichte achten dabei stark auf den Ist-Zustand der anderen Wohnungen im gesamten Haus, den Zustand der Mietwohnung in der Zeit des Vormieters oder speziell die Höhe der Heizkostenabrechnung im direkten Abgleich zu anderen Mietern im Haus.

Auch ein Schimmel-Gutachter oder Experte, kann für beide Seiten sinnvoll sein.

Das können Mieter bei Schimmel tun:

Will der Mieter die Bildung von Schimmel beanstanden, ist er in der Pflicht, den Vermieter unverzüglich in Kenntnis zu setzen und die weitere Entwicklung von Schäden zu stoppen. Er sollte den aktuellen Zustand festhalten.

Bedeutet: abfotografieren und dokumentieren, Zeugen beanspruchen, die Temperatur der jeweiligen Räume nehmen, in regelmäßigem Abstand notieren und im optimalen Fall die Feuchtigkeit der Luft mit entsprechendem Gerät erfassen.

Ein Feuchtigkeits- und Temperaturschreiber muss vom Mieter der Wohnung mit Schimmel geduldet werden, wenn der Vermieter den Grund der Schimmelbildung festzustellen möchte.